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07.07.2008

Dioxin Emissionen von häuslichen Quellen

Im Auftrag der DG Umwelt wird von BiPRO eine Studie über die Dioxin Emissionen von häuslichen Quellen durchgeführt. Hierzu fand ein Experten Workshop statt.

Von den Regierungsstellen waren Mitarbeiter aus AT, BE, CY, CZ, DE, DK, FI, FR, GR, IE, IT, NL, PL, SE, SK und GB anwesend. Weiters waren ca. 10 "stakeholder" anwesend. Die Projektleitung von EuP Lot 15 war mit 2 Mitarbeiterinnen vertreten.
Für die EFA/ECA hat der Unterzeichner teilgenommen.
In 9 Referaten wurden über den Stand und die Erkenntnisse über Dioxinemissionen, im wesentlichen über häusliche Feuerstätten, berichtet.

Die wichtigsten Themen:

Die Messung von Dioxinen ist schwierig, da es den sogenannten "Memory-Effekt" bei Dioxinen gibt. Feuerstätten und Schornsteine "merken" sich , was verbrannt wurde. Das Dioxin tritt erst mit Verzögerung aus. Es wurden Messungen in verschiedenen Ländern an häuslichen Feuerstätten durchgeführt. Diese schwanken aber stark. Die Dioxinemission wird dann mit Emissionsfaktoren berechnet. Die Emissionsfaktoren, die in den einzelnen europäischen Ländern verwendet werden, sind derzeit nicht einheitlich. Hier besteht Handlungsbedarf.
Weitere detaillierte Informationen finden Sie in den Referaten, die entsprechenden Folienvorträge sind unter www.bipro.de/dioxin-domestic/ ins Internet gestellt, bzw. können bei mir angefordert werden.
Dioxine werden bei Kohle, aber auch bei Holzverbrennung gefunden. Es wird befürchtet, dass es durch den vermehrten Holzeinsatz zu einer Erhöhung des Dioxinausstoßes kommen kann. Die Verbrennung von Rinde erhöht den Dioxinanteil.

Das größte Problem ist jedoch die private "Müllverbrennung". Hier entstehen bei Kunststoffabfällen und bei belastetem Holz die höchsten Dioxinemissionen. Es ist in fast allen europäischen Ländern verboten, diese Abfälle zu verbrennen, aber diese Verbote werden sehr oft nicht eingehalten. Aus England wurde berichtet, dass Plastikabfall, der zum Entsorgen an die Straße gestellt wurde, von Hausbesitzern eingesammelt und verheizt wird. Ebenfalls in Schweden wurde der brennbare Abfall in einer Gemeinde überwacht. Es stellte sich heraus, dass im Winter nur 1/10 des brennbaren Abfalls anfiel als im Sommer.
Positiv wurde dazu von mehreren Ländern erwähnt, dass der Schornsteinfeger hier zur Aufklärung bei dem Betreiber herangezogen werden kann.
In GB und IE, sowie in einigen Skandinavischen Ländern wird Aufklärungsarbeit in der Presse durchgeführt, um die Bevölkerung über richtiges Heizen aufzuklären.

Es wurde in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, die Betreiber von Feuerstätten besser zu informieren und vermehrt auf den Austausch älterer Feuerstätten, z.B. durch staatliche Förderung zu ersetzen. Neue Feuerstätten haben einen deutlich geringeren Dioxinausstoß (bis zu 90%).

Ein großes Problem stellt auch das Grillen mit Holzkohle dar. Hierbei werden jährlich sehr große Mengen Dioxin freigesetzt.

Nach der Präsentation der Referate wurden die Mitgliedsstaaten um ihre Meinung zu diesen Problemen gebeten.

Das Ergebnis ist nicht sehr erfreulich für unsere Branche:

  • Energieeinsparung und Effizienzverbesserung
  • Möglichst Einsatz von Gas (Dioxinemissionen werden um 99% gesenkt)
  • Nutzung von Solar und Erdwärme
  • Wenn Holzheizung, dann in großen Anlagen "district heating"
  • Durch steigenden Verbrauch von Holz wird ein Absinken der Holzqualität mit einem damit verbundenen Dioxinausstoß erwartet
  • Moderne Geräte (Automatikfeuerungen) sollen eingesetzt werden
  • Schornsteinfeger könnten in der Aufklärungsarbeit eine wichtige Rolle übernehmen
  • Emissionsfaktoren müssen überprüft, bzw. angepasst werden
  • Die Kennzeichnung der Geräte nach Wirkungsgrad und Schadstoffausstoß (labelling Lot 15) geht in die richtige Richtung
  • Gas muss langfristig durch Holz ersetzt werden, aber wenn möglich in großen Heizanlagen oder als BtL. Bei BtL sind auch nicht zum Heizen geeignete Hölzer verwendbar
  • Koordinierte Forschung über Emissionsfaktoren im Rahmen von CORINAIR (http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-1/2523.pdf)

Schlussfolgerung:

Obwohl Dioxin bei der Verbrennung von geeignetem Holz in neuen Feuerstätten sehr gering ist, wird das Problem von den Mitgliedsstaaten insbesondere bei der Fehlbedienung, bzw. Fehlnutzung sehr ernst genommen.

Argumentation von unserer Seite:

  • Aufklären
  • Guter Brennstoff
  • Neue Feuerstätten
  • Vorteile des dezentralen Heizen (Unabhängigkeit) herausstellen

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